Ein paar lustige Geschichten aus meinem Leben

 

„Oma Sahne!!!“

 

Ich liebte meine Oma sehr, aber im Alter von drei oder vier Jahren liebte ich ihre Schlagsahne fast noch mehr. Ich kann mich erinnern, daß ich einmal aus dem Auto stieg, es war ein schöner Sommertag und die Vögel zwitscherten. Der Garten sah Klasse aus in der Luft lag der schwere, aber doch fruchtige Duft der Blumen, die in den Rabatten blühten.

            Meine Oma half mir aus dem Auto, aber anstatt: „ Danke“ und „Hallo Omi!“ zu sagen kam von mir nur, „Oma Sahne?“ *lach*

Meine Oma fand das nur leider im ersten Moment nicht wirklich lustig. Denn als Antwort bekam ich: „Guten Tag, meine Kleine!“. Zu meiner Rechtfertigung kann ich nur sagen, meine Oma machte die beste Sahne, sie war sowohl süß, als auch schön schaumig und dazu dann einen ihrer berühmten Kuchen, wie zum Beispiel ihr Käsekuchen. *lecker*

 

Am Kaffeetisch angekommen, musste ich mich setzen, immer diese Erwachsenen mit ihren Regeln, zum Essen hinsetzen, ich verstand das nicht wirklich. Denn ich wurde ja eben für diesen Nachmittag hübsch hergerichtet, musste mich kämmen lassen. Die Hände sollten auch sauber sein und die Höhe war, ich musste Mittagsschlaf machen, bevor wir nun endlich zum Kaffee zur Oma fuhren. Das Lockmittel für all die Qualen war Omas Sahne ... und nun musste ich mich setzen, damit auch auf meinem Teller der süße Schaum landete.            Doch ich musste dann nicht mehr lange auf meine Sahne, meinen Kuchen und den Kakao warten.

 

Nachdem endlich alle am Tisch saßen, der Kaffee bei meinen Eltern, sowie bei meiner Oma in den Tassen dampfte und der Startschuß, mit einem PIEP, PIEP, PIEP gegeben war, durfte ich endlich mit meiner Gabel die Sahne vom Teller kratzen. Klar blieb nichts mehr für meinen Käsekuchen übrig, denn ich konnte einfach nicht genug von diesem Zeug bekommen.

 

Natürlich bekam ich noch mal Sahne, wurde jedoch ermahnt, es mir diesmal einzuteilen, denn mehr gab es für mich nicht.                 So wurde ich dazu erzogen, doch meine Sahne mit meinem Kuchen ordentlich zu essen. Nun ja, meine Oma hatte aber für mich immer noch die Sahneschüssel in der Küche. Als ich dann unruhig wurde, da ich ja mein Stück Kuchen aufgegessen hatte, nickte mir meine Omi zu und ich wetze in die Küche. Dort stand in einer Ecke der Hocker, den ich brauchte um an meine Schüssel ran zukommen, den zog ich mir vor, was ordentlich Krach machte.

            ... Endlich ich hatte es geschafft, ich ragte gerade mal so hoch, daß mein Kinn knapp über der Schüssel war. Aber ich hatte ja zum Glück meine Finger, die ich benutzen konnte, um auch den letzten Faden Sahne zu erwischen, mir kam es wie eine Ewigkeit vor, die ich brauchte um die Schüssel fast blank aus zuschlecken.

 

Ich war traurig, als nix mehr in der Schale war. Doch trotzdem war ich erleichtert und glücklich zu gleich, schob den Hocker wieder lärmend vor mir her. Dann ging ich verschmaddert, wie ich war wieder zu meiner Familie, meine Großmutter saß mit dem Rücken zu mir, meine Mutter in einer Ecke der Terrasse, aus man nicht in das Esszimmer, in dem ich mich noch befand einsehen konnte. Nur mein Vater sah die Bescherung, sagte jedoch nichts. Als meine Mutter mich dann zu Gesicht bekam, huschte ihr ein kurzes Lächeln übers Gesicht, aber Mütter können nicht aus ihrer Haut, so musste ich ins Bad und mir Hände und Gesicht waschen.


 

Abschließend bleibt noch zu sagen, daß ich nicht nur einmal statt einer Begrüßung „Oma ... Sahne!!!“ brachte. *lach*

 

Warum es schmerzhaft ist, wenn Kakteen picken

Ich war gerade sechs oder sieben Jahre alt, es wurde draußen duster und ich sollte schlafen, denn der nächste Tag war ein ganz normaler Schultag. Aber das mit dem Schlafen wollte an diesem Abend nicht wirklich klappen.

... Mein Bett stand an der Fensterfront und ich dachte mir, ich könnte aus dem Fenster gucken, bis ich müde genug war endlich schlafen zu können. *schmunzel*
Ich kniete also in meinem Bett, stütze meine Ellenbogen auf die Fensterbank und sah aus dem Fenster ... die Laternen gingen draußen langsam an, das Licht flirrte und flackerte ... und klein Uli fielen die Augen zu.              Doch einen kleinen Moment, nachdem mir die Augen zu gefallen waren, wurde ich wieder wach, denn ich wollte ja aus dem Fenster sehen.

Die letzten Menschen kamen nach Hause, mein Blick folgte ihnen bis sie in ihren Häusern verschwunden waren. Und ich beobachtete, wie kurze Zeit darauf in manchen Wohnungen, die Lampen angeschaltet wurden. Malte mir dabei aus, wie diese Menschen wohl wohnen würden und was sie gerade machten. Über diese Vorstellungen, fielen mir wieder die Augen zu.

Vielleicht sollte ich noch erzählen, das auf meinen Fensterbrettern Kakteen standen, manche von ihnen hatten recht fiese Stacheln, mit kleinen Wiederhacken an der Spitze. Andere hatten zwar keine Wiederhacken, aber sie konnten auch ziemlich schmerzhaft sein.

Während ich meinen Träumen nachhing, senkte sich mein Kopf langsam tiefer, ... ich schlief langsam ein, mein Kopf fiel nach den Gesetzen der Schwerkraft und der Entspannung des menschlichen Körpers, auf die Fensterbank oder viel mehr in die Kakteen.          .... Erst bekam ich nicht wirklich mit, was das geschehen war, dann merkte ich es doch.
.... Ich wachte auf, ging mit den vielen kleinen Stacheln im Gesicht zu meiner Mutter, die sich wohl das Lachen verkneifen mußte, denn ich weinte unterdessen schon, weil mir die Stacheln ganz schön zu schaffen machten. *lach*

Nach einiger Zeit hatte meine Mutter mir die pickenden Stacheln aus dem Gesicht gezogen, nach dem der Scherz nachgelassen hatte, kribbelte es ganz schön in meinem Gesicht und ich stellte mir dabei vor, wie sich Männer fühlen mussten, nachdem sie sich rasiert hatten. Da beschloß ich dann, das es doch nicht wirklich ganz so prickelnd sein müsste, ein männliches Wesen zu sein. *grins*

Meine Ma und Ihr Verständnis von Humor

... Es ist schon einige Zeit her, ich war so im Alter von 15 oder vielleicht auch 16 Jahren, so genau weiß ich es nicht mehr, als ich meiner Mutter einen Witz erzählen wollte, den ich einige Tage zuvor gehört hatte.

Meine Mutter und ich waren wieder mal dabei zu baden, daß Wasser plätscherte in die Wanne und wohlige Wärme erfüllte das gesamte Bad. Ich war eigentlich ziemlich entspannt. Meine Mutter erzählte mir irgendwas von ihrer Arbeit und mir fiel ziemlich genau in diesem Moment der Witz ein. Aber ich war höflich und ließ meine Mutter zu ende erzählen. Da sah ich ihr tief in die Augen und meinte, ziemlich trocken: „ Muddi, kommt ne Frau beim Arzt!!!“ ... meine Mutter sah mich ziemlich zweifelnd an überlegte kurz, „ Kind, wie ist das mit der Grammatik?!“ und, „ Es muß doch heißen kommt ne Frau zum Arzt!!!“

         ... Ich hörte mir eine kleine Standpauke an, denn meine Mutter legt im Großen und Ganzen viel Wert auf den korrekten Ausdruck.
Ich kam denn doch noch dazu mal kurz anzumerken: „Muddichen, daß ist ein Witz!!!“ ... Ich erwartete nun einen Lacher, aber nix, meine Mutter sah mich an. Ich bemerkte, wie es in ihrem Kopf arbeitete und ich sah ihr auch an, daß sie nicht wirklich dahinter kam.

Also wiederholte ich noch mal: „Kommt ne Frau bei Arzt.“ ... ich konnte mir das Lachen nicht mehr verkneifen, meine Mutter schaute mich mit ihren großen braunen Augen an, es folgte immer noch kein Lachen, der Groschen schien viertel- Pfennig weise zu fallen. Dann endlich das Lachen, aber vielmehr über sich selbst, als über den Witz. *lach*          ... Meine Mutter kann schon recht komisch sein, zumal wenn sie es überhaupt nicht beabsichtigt.

Die Aussage eines Spiegels

 

... Es war ein Sommerabend, ich freute mich, denn meine Eltern gingen mal wieder ins Theater, daß hieß für mich ein sturmfreier Abend! Na ja, sturmfrei ist übertrieben, denn der Familiendackel war ja auch noch da. Ich hatte mich schon den ganzen Tag gefreut, daß ich den Abend für mich hatte.
Denn im Teeny – Alter von 13 Jahren können Eltern ganz schön nervig sein.

Meine Mutter, die schon immer so was wie der Familienmanager war, sorgte dafür, daß mein Vater auch die richten Klamotten anzog, natürlich mußte alles farblich zu einander passen, was auch die Socken mit einbezog. Tja meine Ma legt halt auch Wert auf das Äußere, zumal wenn es ins Theater geht.

         ... Meine Mutter hatte also dafür gesorgt, daß mein Vater ordentlich bekleidet war, nun mußte sie sich nur noch um sich kümmern. Sie verschwand im Bad, salbte sich mit allen möglichen Cremes, zog dann einen schicken grünen Hosenanzug an. Doch das Styling war noch nicht perfekt, aber irgendwie muß es erschöpfend sein, sich Klamotten anzuziehen, denn meine Mutter setzte sich in die Küche und rauchte erst mal eine Zigarette. Während dessen hatte ich die verantwortungsvolle Aufgabe meiner Mutter die Brille zu putzen. Was ich auch gern tat.

... Nach der Zigarette und einem schnellen Blick auf die Uhr, stand meine Mutter auf und suchte ihre Schminksachen zusammen. Lippenstift, Rouge und anderes teures Zeug.          Wir hatten einen Großen Spiegel im Flur, unter dem Spiegel war ein Holzbrettchen, darauf legte sie alle Untensillien und begann sich zu schminken. Ich stand daneben und sah ihr dabei interessiert zu.
         Irgendwie mußte ich dabei an die Geschichte von den Gebrüdern Grimm denken, Schneewittchen ... aber ich dachte erst mal nicht weiter drüber nach, als mir der Satz: „ Spieglein, Spieglein ...“, ich machte ne Pause, weil meine Mutter mich auch schon in diesem Moment böse mit ihren Augen fixierte. Doch ich ließ mich nicht weiter davon beeindrucken, und setzte den Satz fort: „ an der Wand, ...“, ich erntete einen weiteren bösen Blick, „ ... hast du sie überhaupt erkannt?!“             Meine Mutter schaute mich an, als würde sie mir sagen wollen Kind, ich weiß nicht ob ich lachen oder böse sein sollte. Mein Vater, der das Ganze mitbekommen hatte, fing an zu Lachen. Auch ich mußte lachen, ich war sogar etwas stolz, denn es reimte sich ja irgendwie.

Schlussendlich begann meine Mutter auch zu lachen: „ Das ist wieder typisch für Dich!!!“ sagte meine Mutter. *lööööööööl*

Doch den Reisser brachte unser Dackel, der nun ahnte, daß meine Eltern das Haus verlassen wollten. Er winselte wie blöde, dann fing er auch noch an zu humpeln. Meine Mutter sah das: „ Was hat denn Franz mit einem Mal?“, meine Eltern berieten sich kurz und kamen zu dem Schluß, das wenn es am nächsten Tage nicht besser sein würde, könnte man immer noch einen Tierarzt aufsuchen.

Also fuhren sie los ... als sie kaum zehn Minuten weg waren peste der Dackel schon wieder wie blöde durch die Gegend *lach*

Noch mal zurück - oder - Warum Kartoffeln fliegen

Also, wie ich schon berichtete, liebte ich meine Oma sehr. Sie war einfach ein Schatz. ... Als ich noch sehr klein war, war das mit dem Essen nicht gerade einfach, im Gegenteil, ich stellte mich gern etwas dusselig an. Was meine Mum nicht wirklich freudig erstrahlen lies. Nee, Muddi war da noch nicht die Ruhe selbst. Aber das ist auch normal. Ich war ungefähr sechs oder sieben Jahre alt, meine Mum hatte mich mal wieder zu meiner Großmutter gebracht, denn ich sollte einige Zeit bei Ihr bleiben. Wie das so ist, waren wir zum Mittagessen angesagt und wir waren, wie es sich gehört pünktlich. Meine Oma hatte mein Lieblingsessen zubereitet. Nach dem wir uns frisch gemacht hatten, setzen wir uns zum Essen. Mir wurde meine Serviette in den Schoß gelegt, da ich immer noch beliebte zu Kleckern, doch meine Sachen sollten ja nicht von einer Malzeit Schaden nehmen. Es gab Schweinefleisch, Kartoffeln, grüne Bohnen und dazu eine sehr leckere Soße. Nun ja, ich hatte schon als Kind die Angewohnheit alles auf meinem Teller zu zermanschen. Was nicht immer auf das Wohlwollen meines Gegenübers traf. Und meine Großmutter war auch nicht wirklich davon begeistert. Sie war der Meinung, daß wir alle Mannieren haben und diese bitte auch anwenden sollten. Die Tischordnung sah vor, daß ich an der Küchenwand am Tisch zu sitzen hatte, meine Mum neben mir und meine Großmutter saß meiner Mutter gegenüber. Was, so glaube ich heute, mein Glück war. Denn meine Großmutter war nie sehr begeistert von der Sitte meiner Mutter und mir, aus Kartoffeln, Soße und Gemüse einen Pams, wie sie es nannte, zu machen. Dazu muß vielleicht erwähnen, daß meine Großmutter immer sagte: „Wozu haben wir Zähne?!“ und sie konnte Blicke werfen, die einem mehrteiligen Messersatz glichen. War nicht wirklich ein Vergnügen, wenn sie einen ansah, als würde sie einen gleich töten wollen. Aber zurück zu dem bewußten Tag, ich traktierte mein Stück Fleisch so lange, daß es auf meinem Teller eh schon nicht mehr ganz so appetitlich aussah, denn mein Fleisch warf schon lange Fäden, was darauf schließen läßt, daß ich mein Fleisch nicht schnitt sondern es so lange drückte, daß es unter meiner sanften Gewalt nachgab. Meine Mum moserte, nahm mir das Messer aus der Hand, schnitt mir das Fleisch, was ich noch nicht zerdrückt hatte. Und meinte, ich solle mich zusammen reißen. Was meine Oma auf den Plan rief: „Kümmere Dich um Deinen Teller und laß das Kind in Ruhe essen!“, das Machtwort von meiner Großmutter galt es in den meisten Fällen zu befolgen. Sonst gab es diesen ganz bestimmten Blick!!! * schmunzel * Ich gickerte vor mich hin, was meine Muddi zu einem Blick reizte. Nach dem nun wieder Ruhe am Tisch war und sich alle die Köstlichkeiten auf den Tellern schmecken ließen, war ich schon mit dem nächsten Problem beschäftigt. Eine Kartoffel war der Meinung sich, gegen meine Versuche sie zu quetschen, zu wehren ... was damit endete, daß ich mich meinem Gemüse zu wand ... doch diese Kartoffel ließ mir keine Ruhe ... ich nahm sie mir wieder vor. Stach sie an, doch da unterdessen viel Soße unter der Kartoffel war, rutsche diese gefährlich über meinen Teller, am Rand des Tellers, hatte ich meine Motorik wieder unter Kontrolle und konnte Gabel und Kartoffel davor bewahren, auf dem Platzdeckchen meiner Mum zu landen. Puh, das war geschafft. Ich nahm den Kampf nach einer kleinen Verschnaufpause wieder auf. Alles was ich tat wurde von meiner Mum und meiner Großmutter aufmerksam beobachtet, meine Mum wollte eingreifen, doch meine Oma und der ihr eigene Blick verhinderten dies. Als ich der Meinung war, die Kartoffel endlich richtig platziert zu haben, wurde ich wieder eines Besseren belehrt. Die Kartoffel hatte sich nun unten vollständig mit Soße vollgesogen und flutschte unter dem Druck meiner Gabel vom Teller um als unbeabsichtigtes Wurfgeschoss durchs Esszimmer zu segeln und direkt unter dem Schreibtisch meiner Großmutter zu landen. Meine Muddi und auch ich, wir konnten nicht wirklich an uns halten ... wir lachten schallend, nur meine Großmutter meinte trocken, wie es ihre eigentümliche Art war: „ Die Kartoffel war doch noch nicht durch!“

 

lemanki

©Juli 2003 und danach

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