Kannibalismus

Definition:

Unter Kannibalismus versteht man die Tatsache, das eine Spezies die Angehörigen der eigenen Art verspeist.            Unter Tieren ist dies kein unübliches Verhalten, beim Menschen jedoch gilt der Kannibalismus, wenn nicht eine extreme Hungersnot herrscht, als eins der wenigen noch bestehenden TABUS.

Psychologische Erklärungsansätze:

Im Grunde sind sich die Psychologen nicht einig wo nach der Ursache und Motivationen für derartige Verhaltensweisen zu suchen sei. Aber Kannibalismus muß in der heutigen Zeit eindeutig als krankhaft angesehen werden.               Unter Psychiatern gilt der Kannibalismus als eine sehr seltene, jedoch besonders abnorme Form sexueller Abweichung. Ein Erklärungsansatz liegt darin, daß man sich andere Menschen so nahe wünscht, daß man sich diese einverleiben möchte.
Die meisten Täter waren unscheinbare, unverdächtige Männer, mit einem völlig unscheinbaren Leben, das jedoch meist mit perversen Phantasien erfüllt war.

Trotz der starken Tabuisierung hat sich eine sehr abstrakte Form einer derartigen körperlichen Vereinigung bis in die heutige Zeit erhalten.

Allgemeines:

Es ist schon sehr früh in der menschlichen Geschichte zu kannibalischen Verhaltensweisen gekommen, neuste Berichte sprechen davon, daß bereits die Neandertaler ihre eigenen Artgenossen verspeist haben.

In einigen Völkern war man der Ansicht, wenn man sich die Gegner des eigenen Stammes einverleibte, würde man ihre positiven Eigenschaften erhalten. Meist hatten solche kannibalischen Handlungen jedoch einen religiösen Hintergrund.

Am 9. März 2001 wurde der Berliner Diplomingenieur (42 jährig) als vermisst gemeldet. Erst ein Jahr darauf, im Dezember 2002 wurde sein Verschwinden aufgeklärt. Er hatte sich auf eine Internetanzeige des PC-Fachmannes Armin M. aus Rotenburg an der Fulda gemeldet und war kurz darauf zu dessen Haus nach Rotenburg gefahren. Mit Einverständnis des Berliners hat Armin M. in vor laufender Kamera getötet und Teile seines Köpers gegessen.

Historische Hintergründe:

Der Kannibalismus gehörte immer schon zu menschlichen Verhaltensbild, so grausam es auch klingt. Zum entsetzen des „aufgeklärten“ Menschen dieser Zeit, gab es im Seerecht Englands durchaus Gesetze, die das verspeisen der eigenen Art erlaubten. Dafür mussten jedoch bestimmte Voraussetzungen, dies galt nur für Schiffsbesatzungen, die in Seenot geraten waren. Es galt außerdem, daß man nach einem fairen Losverfahren handeln mußte, die Beteiligten blieben straffrei.

Im folgenden sind ein paar Beispiele aufgeführt für „geduldeten“ Kannibalismus:

         Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben die Azteken ihre menschlichen Blut-Opfer, die sie brachten, nicht nur aus ihrem Glauben heraus getötet, sondern um diese „Ehrwürdigen Opfer“ auch zu verspeisen.

         In Bern (Schweiz) steht auf dem Kornhausplatz zur Erinnerung an die angeblichen kannibalischen Ritualmorde an Kindern durch ortsansässige Juden seit dem Jahre 1545 – 1546. Der Kinderfresserbrunnen von Hans Gieng (1525 – 1563), der unter anderem einen kinderfressenden Riesen zeigt.

         Auch im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648, gab es kannibalische Morde, die Stadt Breisach am Oberrhein in der Nähe der Schweizer Grenze, diese wurde im Jahre 1638 einige Monate belagert und ausgehungert. Als die Weimarischen Truppen, die zu den kaiserlichen Verbündeten zählenden Stadt einnahmen, fanden sie zu ihrem Entsetzen ihre gefangenen Landsleute in einem Verlies vor, in dem sie sich teilweise von Menschenfleisch ernährt hatten.

         Im zweiten Weltkrieg wurde Leningrad, das heutige St. Petersburg von den Deutschen belagert, von September 1941 bis Januar 1944. In der Stadt, die nicht erobert werden konnte, herrschte eine unvorstellbare Hungersnot, durch nach Schätzungen zwischen 800.000 bis 1 Million Menschen verstarben. In der letzten Zeit der Belagerung, soll es auch zum Verzehr von Verstorbenen gekommen sein.

         Bei einem Verkehrsflugzeugsabsturz (vom Typ Fokker Friendship) über den Anden, am 12 Oktober 1972. In diesem Flugzeug saßen 45 Menschen. Um zu überleben, verspeisten die Unglücksüberlebenden die Mitglieder der Rugbymannschaft aus Uruguay, die bei dem Absturz ums Leben gekommen waren. Auf diese Weise konnten 16 der 45 Insassen das Unglück überleben.


Verbrecher

   Der bekannteste kannibalische Verbrecher aus Deutschland ist wohl Fritz Haarmann, aus Hannover. Ob der Metzger Fritz Haarmann nun wirklich als Kannibale angesehen werden kann ist zweifelhaft. Da die wissenschaftlichen Meinungen bei diesem Mann auseinander gehen. Da nicht bewiesen werden konnte, ob Haarmann nun wirklich seine Mordopfer selbst verspeist hat. Oder „nur“ zu Dosenfleisch verarbeitet und es später verkaufte. Haarmann kam wegen der erwiesenen Ermordung von 24 Menschen vor Gericht und wurde am 15. April 1925 in Hannover durch das Fallbeil hingerichtet.

   Andrej Tschikatilo: Der Russe Andrej Tschikatilo (1936 – 1994), ein ehemaliger Lehrer aus Rostow, wurde 1990 verhaftet und im April des Jahres 1992 vor Gericht gestellt, nachdem er nachgewiesenermaßen 53 Menschen ermordet und Teile von ihnen, vor allem die Geschlechtsteile, verspeist hatte. Als Erklärung für sein Tun wurde unter anderem die Tatsache herangezogen, das er als Kind hatte mit ansehen müssen, wie sein sechsjähriger Bruder aus Hunger getötet und aufgegessen wurde. Tschikatilo wurde 1994 in Russland hingerichtet.

   Der Amerikaner Jeffrey Dahmer wurde im Juli des Jahres 1991 in Milwaukee USA verhaftet. Ihm konnte die Tötung von mindestens 15 jungen Männern nachgewiesen werden, die er teilweise aufgegessen oder eingefroren oder auf eine andere Weise konserviert hatte. Dahmer wurde im Jahre 1993 im Gefängnis von einem Mithäftling erschlagen.

   Ein weiterer Amerikaner Ed Gein wurde 1957 in Plainfield im Bundesstaat Wisconsin festgenommen. In seinem Haus fanden die Beamten von der Polizei die Leichen von 15 Frauen, die Gein selber getötet oder aus Gräbern entfernt hatte. Vier seiner Stühle waren mit Menschenhaut bespannt, zahlreiche andere Trophäen „schmückten“ sein Haus. Auch er hatte seine Opfer teilweise verspeist. Bei seiner Verhaftung fand die Polizei eine an den Füssen aufgehenkte nackte Leiche, die wie ein Tier ausgeweidet worden war. Gein verstarb im Jahre 1984 in einer Irrenanstalt.

   Joachim Georg Kroll wurde 1982 in Duisburg –NRW zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte das Fleisch einer Reihe von ihm ermordeter kleiner Mädchen gekocht und gegessen.

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